methods, notes and classification Eigentumsverhältnisse, nach Art des Unternehmens und NACE Rev. 2 Methoden, Erläuterungen und Klassifizierung

Strukturelle Unternehmensstatistik

Was sind strukturelle Unternehmensstatistiken?

In der strukturellen Unternehmensstatistik (SUS) ) werden die Industrie, das Baugewerbe, der Handel und die Dienstleistungen statistisch erfasst. Sie wird auf der Grundlage der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige (NACE) vorgelegt und beschreibt die Struktur, das Verhalten und die Leistung von Unternehmen in der gesamten Europäischen Union (EU). Die Daten sind für die EU-27 und für die einzelnen Mitgliedstaaten verfügbar.

Die statistischen Daten können bis zu einer sehr tief gegliederten, branchenbezogenen Ebene (mehrere hundert Wirtschaftszweige) aufgegliedert werden. Ein Teil der in der strukturellen Unternehmensstatistik erfassten Daten ist auch für die europäischen Regionen sowie aufgeschlüsselt nach Unternehmensgröße verfügbar.

Die in der strukturellen Unternehmensstatistik erfassten Daten sind daher detaillierter als die in den volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen erfassten Daten (die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen enthalten eine Auswahl an Daten für 61 Abteilungen der NACE Rev. 1.1, von denen 48 der gewerblichen Wirtschaft zuzuordnen sind, die in der strukturellen Unternehmensstatistik erfasst ist).

In der strukturellen Unternehmensstatistik werden die Hauptindikatoren Hauptindikatoren im Regelfall als monetäre Werte oder aber als Auszählung (z. B. die Zahl der Unternehmen oder der Beschäftigten) erhoben und vorgelegt; in den Konjunkturstatistiken hingegen werden die Daten als Indizes vorgelegt (und sind im Allgemeinen auf das Basisjahr 2005=100 bezogen).

Im Regelfall werden im Rahmen der strukturellen Unternehmensstatistik keine Daten über Güter erhoben. Der Außenhandel und die Produktion bestimmter Güter werden in der Statistik des Außenhandels und/oder in der Produktionsdatenbank PRODCOM erfasst. Sind in der strukturellen Unternehmensstatistik ausnahmsweise statistische Daten über Güter angegeben, so handelt es sich z. B. um mehrjährliche Daten über Güter, die über den Handel vertrieben werden, oder um Informationen über bestimmte Finanzprodukte (etwa Lebensversicherungen).

Verwendung und Beispiele

Die strukturelle Unternehmensstatistik kann verwendet werden, um z. B. folgende Fragen zu beantworten:

* Wie viel Vermögen wird in einem Wirtschaftszweig geschaffen und wie viele Personen sind in dem Wirtschaftszweig beschäftigt?  
* Ist eine Verlagerung vom Industriesektor hin zum Dienstleistungssektor zu verzeichnen und in welchen Wirtschaftszweigen ist diese Tendenz am deutlichsten erkennbar?  
* Welche Länder sind auf die Herstellung von Gütern, die einem bestimmten Wirtschaftszweig zuzuordnen sind (z. B. Luftfahrtausrüstungsgüter), besonders spezialisiert?  
* Wie produktiv ist ein bestimmter Wirtschaftszweig, z. B. die Chemiebranche, und wie ist seine operationelle Rentabilität?  

Diese Liste von Artikeln bietet einige Beispiele, wie SUS Statistiken verwendet werden, um die gewerbliche Wirtschaft zu analysieren.

Wie werden die Daten für die strukturelle Unternehmensstatistik erfasst?

Die strukturelle Unternehmensstatistik beruht auf Daten über Unternehmen oder Teilen von Unternehmen, z. B. örtlichen Einheiten, die häufig zur Erhebung regionaler Daten für die strukturelle Unternehmensstatistik dienen. Die Unternehmen oder anderen Einheiten werden anhand der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige (NACE) eingeordnet.

Ein Unternehmen übt eine Tätigkeit oder mehrere Tätigkeiten an einem Standort oder an mehreren Standorten aus; ein Unternehmen kann einer einzigen oder mehreren rechtlichen Einheiten entsprechen. Übt ein Unternehmen mehr als eine Tätigkeit aus, so werden die Wertschöpfung und der Umsatz, die es erzeugt bzw. erwirtschaftet, die Beschäftigten und der Wert aller anderen Variablen seiner Haupttätigkeit zugeordnet. Normalerweise ist die Haupttätigkeit diejenige, auf die der größte Teil der von dem Unternehmen erzeugten Wertschöpfung entfällt.

Welche Teile der Wirtschaft werden in der strukturellen Unternehmensstatistik erfasst?

In der strukturellen Unternehmensstatistik wird die „gewerbliche Wirtschaft“ erfasst (NACE Rev. 2 Abschnitte B bis N und Abteilung 95), die Folgendes umfasst:

* die Industrie,  
* das Baugewerbe sowie  
* den Handel und die Dienstleistungen.  

Hinweis. Die Erbringung von Finanzdienstleistungen (NACE Rev. 2 Abschnitt K) wird darin aufgrund ihres besonderen Charakters und der beschränkten Verfügbarkeit der meisten Arten der üblichen Unternehmensstatistiken in diesem Bereich nicht erfasst.

In der strukturellen Unternehmensstatistik werden die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei nicht erfasst, ebenso wenig die öffentliche Verwaltung und (weitgehend) die nicht marktbestimmten Dienstleistungen, die z. B. im Bildungs- und Gesundheitswesen erbracht werden. Daten zu diesen Bereichen der Wirtschaft sind den nach Branchen gegliederten volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen oder anderen einschlägigen, branchengezogenen Statistiken zu entnehmen.

Im Jahr 2010 wurden zu einigen der Datensätze der strukturellen Unternehmensstatistik Daten für das Berichtsjahr 2008 auf der Grundlage der NACE Rev. 2 veröffentlicht. Die auf der Grundlage der NACE Rev. 1.1 vorgelegten Daten der strukturellen Unternehmensstatistik bleiben in der Datenbank für Nutzer, die historische Zeitreihen analysieren möchten, erhalten. Die sich auf das Berichtsjahr 2009 beziehenden Daten der strukturellen Unternehmensstatistik werden dann ausschließlich auf der Grundlage der NACE Rev. 2 vorgelegt werden.

Daten

Die Datenbank mit der strukturellen Unternehmensstatistik (SUS) ist in der Rubrik Industrie, Handel und Dienstleistungen zu finden.

Der Zugang zu der Datenbank erfolgt am schnellsten und einfachsten über den Ordner mit der Bezeichnung „SUS – Hauptindikatoren“. Es gibt zwei Tabellen mit SUS-Hauptindikatoren, die nach

* NACE-Abteilungen oder nach  
* Beschäftigungsgrößenklassen und NACE-Abteilungen 

aufgeschlüsselt sind.

Die erste Tabelle, europäische Unternehmen, enthält mehrere wichtige Indikatoren für den gesamten nichtfinanziellen Bereich der gewerblichen Wirtschaft; die Daten sind bis zur zweistelligen Ebene der NACE-Abteilungen untergliedert. Die Daten werden ausschließlich als EU-Aggregate und bezogen auf einzelne Mitgliedstaaten dargestellt.

Die zweite Tabelle, Gesamtindikatoren - Beschäftigungsgrößenklassen, enthält die wichtigsten Variablen (Zahl der Unternehmen, Umsatz, Wertschöpfung und Beschäftigung) sowie einen einzigen abgeleiteten Indikator (rechnerische Arbeitsproduktivität) für den gesamten nichtfinanziellen Bereich der gewerblichen Wirtschaft. Die Daten sind bis zur zweistelligen Ebene der NACE-Abteilungen untergliedert und mit einer Analyse der Größenklasse (Mikrounternehmen, kleine, mittlere und große Unternehmen) kombiniert, die nach der Zahl der Beschäftigten bestimmt wird. Die Daten werden ausschließlich als EU-Aggregate dargestellt.

Es ist zu beachten, dass die branchenbezogenen Knotenpunkte im Datenbankbaum Informationen enthalten, die sich auf die statistische Systematik beziehen, welche in der NACE Rev. 2 für das Jahr 2008 enthalten ist, während für frühere Berichtszeiträume die statistische Systematik in der NACE Rev. 1.1 verwendet wird – daher gibt es einen Bruch in den Zeitreihen und die beiden Datensätze sollten nicht kombiniert werden.

Zugang zu Finanzmitteln

Erschwinglicher und angemessener Zugang zu Finanzmitteln ist ein wichtiges Thema nicht nur für Start-ups und schnell wachsende Unternehmen, sondern auch für bestehende, die ihre Marktaktivitäten erweitern wollen. Das Thema ist daher für alle Unternehmen von Bedeutung, die ihre Produktivität steigern wollen, Innovation fördern wollen und damit Arbeitsplätzen und Wohlstand schaffen, zum nationalen und internationalen Nutzen.

Zugang zu Finanzmitteln ist von entscheidender Bedeutung vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen, und zwar aufgrund ihrer hohen Anteils an der Zahl der Unternehmen, an Umsatz und Beschäftigung in der gewerblichen Wirtschaft. In vergangenen Jahren gab es einige Hinweise darauf, dass wegen der Art der Vermögenswerte dieser Unternehmen Kreditgeber zögerlich waren, ihnen Finanzierungsmittel zu gewähren.

Um Aufschluss über diese Fragen zu erlangen hat Eurostat in Absprache mit den Nutzern ihrer Unternehmensstatistik, der OECD, dem EIF und der EZB, eine Unternehmensumfrage durchgeführt, um Informationen über den Zugang kleiner und mittelständischen Unternehmen (10 bis 250 Mitarbeiter) zu verschiedenen Finanzierungsarten zu erhalten.

Unternehmensdemografie

In der Statistiken der Unternehmensdemografie sind folgende Daten erfasst:

* die aktive Population an Unternehmen;  
* die Gründungsquote;  
* die Überlebensquote (erfasst während einer Dauer von bis zu fünf Jahren nach der Gründung);  
* die Schließungsquote.   

Die besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den Auswirkungen dieser demografischen Ereignisse auf das Beschäftigungsniveau.

Die unternehmensdemografischen Daten können zur Analyse der Dynamik und Innovation verschiedener Märkte dienen, z. B.

* des Unternehmertums im Sinne der Bereitschaft, ein Unternehmen zu gründen, oder  
* des Beitrags neu gegründeter Unternehmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen. 

Die Gründungs-, die Schließungs- und die zweijährige Überlebensquote fließen ein in die Strukturindikatoren, die dazu dienen, die Fortschritte bei der Verwirklichung der überarbeiteten Lissabon-Agenda zu überwachen.

Datenerhebung
* Die unternehmensdemografischen Daten werden seit dem Jahr 2002 auf freiwilliger Grundlage erhoben.  
* Gegenwärtig nehmen 25 Länder an der Datenerhebung teil.  
* Nachdem kürzlich die geänderte Fassung der Verordnung über die strukturelle Unternehmensstatistik (SUS) erlassen wurde, ist die Erhebung der unternehmensdemografischen Daten nunmehr Bestandteil der alljährlichen Erhebung von Daten für die SUS.  
* Etwa 15 Länder nahmen an dem Projekt zur Förderung von Faktoren für den Unternehmenserfolg teil, in dessen Rahmen Unternehmen, die im Jahr 2002 gegründet worden waren und die es im Jahr 2005 immer noch gab, befragt wurden, um mehr Informationen über die Faktoren zu erhalten, die der erfolgreichen Neugründung von Unternehmen entgegenstehen.   

Unternehmensregister

Statistische Unternehmensregister (UR) enthalten Informationen über die aktive Population an

* Unternehmen, die eine zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) beitragende wirtschaftliche Tätigkeit ausüben;  
* ihre örtlichen Einheiten;  
* die rechtlichen Einheiten, aus denen diese Unternehmen bestehen;  
* Unternehmensgruppen (eine Unternehmensgruppe vereinigt Unternehmen, die rechtlich-finanzielle Bindungen eingegangen sind.   

Die Merkmale, die in den Registern für die Einheiten erfasst werden, sind z. B.

* Identifizierungsmerkmale: Kennnummer, Name, Anschrift;  
* demografische Merkmale: Datum der Gründung bzw. der Auflösung der Einheit;  
* wirtschaftliche/Schichtungsmerkmale: Wirtschaftszweig (NACE), Beschäftigung, Umsatz, Rechtsform;  
* Informationen über die Kontroll- und Eigentumsverhältnisse: rechtliche Einheiten als Mutter-/Tochterunternehmen, Minderheitsbeteiligungen, Sitzland des weltweiten Entscheidungszentrums. 

Statistische Unternehmensregister dienen

* als Hilfsmittel für die Vorbereitung und Koordinierung von Erhebungen;  
* als Informationsquelle für die statistische Analyse der Unternehmenspopulation und ihrer Demografie;  
* zur Herstellung von Verbindungen zu administrativen Quellen;  
* für die Identifizierung und den Aufbau statistischer Einheiten.   
Daten

Die Daten in den Unternehmensregistern dienen hauptsächlich zur Unterstützung von Erhebungen sowie zur Analyse statistischer Einheiten und deren Beziehungen untereinander. Eurostat veröffentlicht keine Daten aus den Unternehmensregistern von Mitgliedstaaten.

Methodik/Klassifikationen

Die Methodik zur Erstellung von Unternehmensregistern ist im Business registers - recommendations manual beschrieben.

Politischer Hintergrund

Die Verfügbarkeit statistischer Unternehmensregister ist sehr wichtig für die Zusammenstellung kohärenter, vergleichbarer Konjunkturstatistiken und struktureller Unternehmensstatistiken.

Die Unternehmensregister sind außerdem wichtig zur Schaffung einer effizienten Auswahlgrundlage für statistische Erhebungen, wodurch der Beantwortungsaufwand der Unternehmen verringert werden soll.

Dienstleistungen für Unternehmen

Dienstleistungen für Unternehmen (hier zu verstehen im Sinne der Abteilungen 72 und 74 der NACE Rev. 1.1) sind eine Triebfeder der wissensbasierten Wirtschaft. Ihre Arbeitsintensität hat auch das Interesse an der Frage geweckt, in welchem Umfang hiermit künftig neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Die seit Kurzem zu verzeichnende, wachsende Nachfrage nach Dienstleistungen für Unternehmen ist auch darauf zurückzuführen, dass Unternehmen immer mehr Nebentätigkeiten auslagern und dann andere Dienstleister mit deren Erbringung beauftragen.

Der technische Fortschritt und das Internet sind weitere wichtige Faktoren, die neue Produktionsmöglichkeiten und neue Arten der Dienstleistungserbringung erschlossen haben.

Abgesehen davon, dass mit der Richtlinie 2006/123/EG über Dienstleistungen im Binnenmarkt ein Rahmen im Sinne des Allgemeinen Übereinkommens über den Handel mit Dienstleistungen (GATS) geschaffen und für eine stärkere Öffnung internationaler Märkte gesorgt wurde, dürfte mit ihr auch die Branche, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringt, international weiter gestärkt werden. Mit der Richtlinie wird bezweckt,

* den Binnenmarkt für Dienstleistungen zu fördern, indem die rechtlichen und administrativen Hemmnisse abgebaut werden, die Unternehmen aus einem Mitgliedstaat daran hindern, ähnliche Dienstleistungen in einem anderen Mitgliedstaat zu erbringen;  
* Unternehmen das Erbringen und die Inanspruchnahme grenzüberschreitender Dienstleistungen innerhalb der EU zu erleichtern und so den grenzüberschreitenden Wettbewerb zu beleben. 

Aufgrund der Flexibilität und Dynamik der Branche, die Dienstleistungen für Unternehmen erbringt, ist es für die Fachwelt wichtig, dass ihr detaillierte Angaben sowohl zu den Kunden als auch zu den Produkten (von denen immer mehr nicht standardisiert, sondern auf den Bedarf des einzelnen Kunden zugeschnitten sind) vorliegen, um die in diesem Bereich herrschenden Kräfte des Marktes noch besser zu verstehen.

Um den statistischen Erfassungsbereich zu verbessern und dem Bedarf der Nutzer gerecht zu werden, hat Eurostat seit Anfang 2000 Statistiken über diese dynamischen Wirtschaftszweige erstellt. Die Länder, die hieran mitwirken, stellen die statistischen Daten freiwillig zur Verfügung.

Seit dem Berichtsjahr 2008 erfolgt die Erhebung von Daten über Dienstleistungen für Unternehmen im Rahmen der regelmäßig jährlichen Erhebung von Daten für die strukturelle Unternehmensstatistik (SUS). Die Strukturstatistik der Dienstleistungen für Unternehmen beruht nunmehr auf Anhang VIII der SUS-Verordnung (Neufassung).

Die Nachfrage nach Dienstleistungen

Die Bedeutung der Dienstleistungen in der Volkswirtschaft der EU hat zugenommen, während der Industriesektor in der EU durch Auslagerung (Outsourcing) und Fremdvergabe sowie durch die Globalisierung der Produktion gekennzeichnet ist.

Da auf Dienstleistungen ein bedeutender, wachsender Anteil an der Volkswirtschaft der EU entfällt und da sie gegenwärtig und zukünftig als Motor des Wachstums erachtet werden, stehen sie zunehmend im Interesse von Politik und Wirtschaft.

Ein Grund für das Wachstum der Dienstleistungsbranche ist das Phänomen der Auslagerung, durch das die Nachfrage nach Dienstleistungen zugenommen hat, denn viele Unternehmen nehmen Dienstleistungserbringer entweder für

* das Nebengeschäft (z. B. Transport- oder Marketingdienstleistungen) oder für  
* einen Teil des Kerngeschäfts in Anspruch, um ihre Flexibilität zu erhöhen (z. B. durch die Inanspruchnahme von Dienstleistungen für die Vermittlung von Personal).

Als weiterer Grund sind technische Entwicklungen zu nennen – insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), die es ermöglichen, Dienstleistungen über erhebliche Entfernungen hinweg zu erbringen (z. B. Verkauf über das Internet oder Call Center).

Das Entwicklungsprojekt zum Thema Nachfrage nach Dienstleistungen diente zur Erhebung von Informationen über das Funktionieren des Binnenmarktes für Dienstleistungen. Es sollte ein tieferes Verständnis des Umfangs ermöglichen, in dem Dienstleistungen in der Volkswirtschaft Europas in Anspruch genommen werden. Es gibt Aufschluss über

* die Erbringer von Dienstleistungen;  
* die Arten der erworbenen Dienstleistungen;  
* den Standort des Hauptdienstleistungserbringers;  
* die Hemmnisse, die dem Erwerb von Dienstleistungen entgegenstehen;  
* das an den künftigen Erwerb von Dienstleistungen geknüpfte Maß an Erwartungen sowie  
* die dienstleistungsbezogenen Investitionen in immaterielle Anlagewerte (z. B. handelbare Rechte, IKT, Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb).  

Mit der Richtlinie 2006/123/EG über Dienstleistungen im Binnenmarkt wird bezweckt, den Binnenmarkt für Dienstleistungen zu fördern, indem die rechtlichen und administrativen Hemmnisse abgebaut werden, die Unternehmen aus einem Mitgliedstaat daran hindern, ähnliche Dienstleistungen in einem anderen Mitgliedstaat zu erbringen. Sie dient dazu, Unternehmen das Erbringen und die Inanspruchnahme grenzüberschreitender Dienstleistungen innerhalb der EU zu erleichtern und so den grenzüberschreitenden Wettbewerb zu beleben.

Indikatoren für das Unternehmertum

Eurostat ist ein Partner des Entrepreneurship Indicators Programme (EIP) der OECD, bei dem es um Indikatoren des Unternehmertums geht und für das international vergleichbare statistische Daten erhoben werden. Im Rahmen des EIP soll ein Verzeichnis mit Indikatoren, Standarddefinitionen und –begriffen erstellt werden, um die Erhebung statistischer Daten in diesem Bereich zu erleichtern.

Es sollen Daten verfügbar gemacht werden, die es politischen Entscheidungsträgern und Vertretern der Wissenschaft ermöglichen, nicht nur die Quote und die Arten der unternehmerischen Tätigkeit, sondern auch deren Folgen – insbesondere hinsichtlich der Schaffung von Wohlstand, der Beschäftigung und des Produktivitätszuwachses – besser zu verstehen.

Die Messung von Unternehmertum – ein dreigliedriger Ansatz
* Leistung: Die unternehmerische Leistung steht – zumindest teilweise – in Zusammenhang mit dem Geschäftsumfeld und hängt von zahlreichen wirtschaftlichen, umweltpolitischen und soziologischen Faktoren sowie den individuellen Eigenschaften der Unternehmer ab. Die Indikatoren für die Leistungsmessung umfassen verschiedene Variablen, mithilfe derer in der Regel Unternehmergeist gemessen wird. Für einige dieser Variablen werden schon seit mehreren Jahren Daten erhoben, während andere neue Datenerhebungen erfordern.  
* Die Auswirkungen unternehmerischer Aktivitäten können nicht nur finanziell erfasst, sondern auch anhand verschiedener Variablen – wie BIP-Wachstum, Schaffung neuer Arbeitsplätze, Einkommensverteilung – gemessen werden.  
* Determinanten: Unternehmerische Aktivitäten erzeugen, zumindest in gewissem Umfang, neue unternehmerische Aktivitäten, da z. B. durch eine Steigerung des BIP mehr Geld zur Verfügung steht und sich damit der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten für neue Unternehmen einfacher gestaltet. Ferner ermutigen Erfolge andere potenzielle Unternehmer dazu, ihre Ideen auch tatsächlich umzusetzen. Es kann jedoch auch negative Korrelationen (Push-Faktoren) geben, wenn beispielsweise in wirtschaftlich schlechten Zeiten (etwa bei hoher Arbeitslosigkeit) mehr Menschen ein eigenes Unternehmen gründen wollen.   
Daten

Die empirische Grundlage für die Analyse des Unternehmergeistes wird zurzeit erarbeitet. Allerdings sind erste Daten, die dem Entwurf der Indikatoren-Matrix entsprechend angeordnet sind, bereits verfügbar. Mehrere Bereiche der strukturellen Unternehmensstatistik (SUS) enthalten darüber hinaus weitere Informationen über verschiedene Aspekte des Unternehmergeistes:

* Die Größenklassen der strukturellen Unternehmensstatistik von Eurostat bilden die wichtigste Datenquelle für eine Analyse der kleinen und mittleren Unternehmen in der strukturellen Unternehmensstatistik, auch für so genannte Mikrounternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten.  
* Die Statistik zur Unternehmensdemografie beinhaltet Daten über die Population der aktiven Unternehmen, deren Gründung, Fortbestand und Schließung. Hierbei gilt das besondere Augenmerk den Auswirkungen dieser Ereignisse auf das Beschäftigungsniveau. .  
* Eine Pilotstudie über Faktoren des Unternehmenserfolgs.   

EuroGroups-Register

Im Rahmen des Projekts EuroGroups-Register (EGR) richtet Eurostat ein Netz von Unternehmensregistern ein, das für statistische Zwecke in den Mitgliedstaaten genutzt werden soll und auf multinationale Unternehmensgruppen ausgerichtet ist.

Eine multinationale Unternehmensgruppe (MUG) verfügt über mindestens zwei Unternehmen oder rechtliche Einheiten in verschiedenen Ländern.

In das Register werden Informationen über Unternehmensgruppen aus kommerziellen Quellen sowie aus den nationalen statistischen Unternehmensregistern der Mitgliedstaaten der EU und der beteiligten EFTA-Länder einfließen.

Nach der Konsolidierung und Validierung der Daten gibt das Register Aufschluss über die globale Struktur der registrierten Unternehmensgruppen. Die Produzenten von Statistiken in den nationalen statistischen Ämtern und die nationalen Zentralbanken können Daten aller Einheiten der multinationalen Unternehmensgruppe einsehen, sofern sich mindestens eine ihrer Einheiten auf dem betreffenden nationalen Hoheitsgebiet befindet. Diese Populationen können dann auf nationaler Ebene als Auswahlgrundlage dienen.

Die Vorschriften für den erforderlichen Datenaustausch zwischen den nationalen statistischen Ämtern, den Zentralbanken und Eurostat sind in Artikel 11 der Unternehmensregister-Verordnung festgelegt, ihre Durchführung ist in zwei Verordnungen über den Austausch vertraulicher Daten geregelt.

Um die Identifizierung der statistischen Einheiten (d. h. der Unternehmen) großer, komplexer multinationaler Unternehmensgruppen zu erleichtern, wurde ein Projekt zur Entwicklung gemeinsamer Definitionen und einer gemeinsamen Methode für die Profilerstellung eingeleitet.

Erstellung des EGR:
* Der EGR-Zyklus 2008 wurde im Jahr 2009 durchgeführt und lieferte Daten für 6350 MUG.  
* Im Rahmen des 2010 durchgeführten EGR-Zyklus 2009 wurden 8185 MUG erfasst.  
* Der EGR-Zyklus 2010 wurde im Jahr 2011 durchgeführt und lieferte Daten für 10 028 MUG.  
* Der EGR-Zyklus 2011 wurde im Jahr 2012 durchgeführt, die Erfassung von 10 000 MUG wurde dabei aufrechterhalten.  
* Ab 2013 wird das EGR so weiterentwickelt, dass damit alle in Betracht kommenden multinationalen Unternehmensgruppen, die in Europa tätig sind, erfasst werden können.  
Daten

Im EGR sind die folgenden Einheiten und Merkmale einer multinationalen Unternehmensgruppe erfasst:

* rechtliche Einheiten: Identifizierungs- und demografische Merkmale sowie Angaben zu den Kontroll- und Eigentumsverhältnissen;  
* Unternehmen: Identifizierungs- und demografische Merkmale, Haupttätigkeitscode (NACE), Zahl der Beschäftigten, Umsatz, institutioneller Sektor;  
* Unternehmensgruppen: Identifizierungs- und demografische Merkmale, Struktur der Gruppe, Gruppenoberhaupt, institutionelle Einheit, die letztlich die Kontrolle ausübt, Haupttätigkeitscode (NACE) der Gruppe sowie konsolidierte Beschäftigungs- und Umsatzzahlen.   

Das EGR soll zu einer Plattform werden, mit der die Produktion mikrobasierter Statistiken über die Globalisierung in Europa unterstützt wird. Die Daten sollen den nationalen statistischen Ämtern und den nationalen Zentralbanken zur Erstellung von Statistiken dienen; Eurostat wird sie nicht der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Das EGR soll als einzigartige Auswahlgrundlage für diese und andere Statistiken dienen und ist somit ein grundlegendes Hilfsmittel zur Verbesserung dieser Statistiken, aber auch zur Verringerung des Beantwortungsaufwands.

Methodik/Klassifikationen

Die Methodik zur Erfassung von Unternehmensgruppen und zur Erstellung der Register ist im Handbuch mit Empfehlungen für Unternehmensregister beschrieben. Einzelheiten zur Methodik des EGR können auf dem EGR-Webportal eingesehen werden: http://egr.istat.it

Politischer Hintergrund

Da das Wissen der EU-Länder über die im europäischen Markt tätigen multinationalen Unternehmensgruppen gegenwärtig weit verstreut ist, ergeben sich immer häufiger Probleme bei der Harmonisierung mehrerer von der Globalisierung betroffener Statistiken (z. B. die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten, die Statistiken über ausländische Direktinvestitionen und die Außenhandelsstatistik).

Die Entwicklungen der Profilerstellung sind Teil des Programms zur Modernisierung der europäischen Unternehmens- und Handelsstatistik (MEETS).

Faktoren des Unternehmenserfolgs

Die Erhebung der Faktoren des Unternehmenserfolgs dient zur Weiterverfolgung der Erhebung von Daten über die Unternehmensdemografie. Während mit dem Projekt zur Unternehmensdemografie Daten über die Gründung, das Überleben und die Schließung von Unternehmen sowie die damit einhergehenden Veränderungen bei der Beschäftigung verfügbar gemacht werden, wird mit dieser Erhebung bezweckt, die Faktoren zu erhellen, die den Erfolg neu gegründeter Unternehmen befördern oder behindern.

Die Daten geben Aufschluss über die Gründe für Neugründungen sowie über die Hemmnisse und die Risiken während der ersten Jahre des Bestehens, über die gegenwärtige Lage des Unternehmens und über die geschäftlichen Pläne für die künftige Entwicklung.

Bei der Population, die im Rahmen dieses Projekts befragt wurde, handelte es sich um Unternehmen, die im Jahr 2002 gegründet worden waren, im Jahr 2005 noch bestanden und zum Zeitpunkt der Erhebung nach wie vor von den Gründern geleitet wurden. Verfügbar sind Daten aus 15 Ländern, die freiwillig hieran teilnahmen.

Daten

Es gibt sieben Tabellen, in denen dieselben Länder, Variablen und Wirtschaftszweige (NACE) erfasst sind und die nach den Merkmalen des Unternehmens oder des Unternehmers aufgeschlüsselt sind.

Merkmale des Unternehmens:
* Größenklasse (Beschäftigte) im Jahr der Gründung (2002);  
* Größenklasse (Beschäftigte) im Jahr 2005.   
Merkmale des Unternehmers:
* Alter;  
* Geschlecht;  
* Tätigkeit;  
* Erfahrung mit der Unternehmensführung;  
* Bildung.   

Unternehmen unter ausländischer Kontrolle

Die Statistiken über die Struktur und Tätigkeit von Auslandsunternehmenseinheiten (FATS) enthalten Informationen, die zur Beurteilung des Einflusses von Unternehmen unter ausländischer Kontrolle auf die Volkswirtschaft der EU dienlich sind. Mit den Daten können ferner die Wirksamkeit des Binnenmarkts und die schrittweise Integration der Volkswirtschaften im Rahmen der Globalisierung überwacht werden.

Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten im Inland

Im Sinne der Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten im Inland ist eine Auslandunternehmenseinheit ein im Land ansässiges Unternehmen, das von einer nicht im Land ansässigen institutionellen Einheit kontrolliert wird. „Kontrollierend“ ist hierbei die institutionelle Einheit, die letztlich die Kontrolle über eine Auslandsunternehmenseinheit ausübt. Es handelt sich um die institutionelle Einheit in der Kette der eine Auslandsunternehmenseinheit kontrollierenden Einheiten, die nicht von einer anderen institutionellen Einheit kontrolliert wird. Es sei darauf hingewiesen, dass die kommerzielle Präsenz im Hoheitsgebiet eines anderen Mitgliedstaats lediglich einen der Modi darstellt, in denen wirtschaftliche Tätigkeiten im Ausland erbracht werden können. Die statistischen Daten über Auslandsunternehmenseinheiten im Inland werden seit dem Berichtsjahr 1996 auf freiwilliger Grundlage erhoben. Gegenwärtig nehmen etwa 21 Länder an dieser Datenerhebung teil.

Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen

Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen sind Statistiken, die die Auslandstätigkeit von Auslandsunternehmenseinheiten beschreiben, die von einer im Meldeland ansässigen institutionellen Einheit kontrolliert werden. Insgesamt machen 13 Länder solche Daten auf freiwilliger Grundlage verfügbar, und in einigen Fällen reichen die Daten bis zum ersten Berichtsjahr 1995 zurück.

Entwicklung der Rechtsvorschriften

Die beiden Datenerhebungen für die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten und die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen beruhten anfangs auf Gentlemen's Agreements zwischen Eurostat und den Mitgliedstaaten.

Nach der Verordnung (EG) Nr. 716/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007 zu gemeinschaftlichen Statistiken über die Struktur und Tätigkeit von Auslandsunternehmenseinheiten (FATS-Verordnung – siehe Link im rechten Kästchen) müssen ab dem Berichtsjahr 2007 auf EU-Ebene jährliche Daten über Auslandsunternehmenseinheiten verfügbar sein, und zwar sowohl für die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten im Inland als auch für die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen, d. h. für alle betreffenden Statistiken.

Methodischer Hintergrund

Das Handbuch mit Empfehlungen zu den Statistiken über die Struktur und Tätigkeit von Auslandsunternehmenseinheiten FATS Recommendations Manual enthält die Begriffsbestimmungen sowie Leitlinien für die nationalen Produzenten der statistischen Daten. Das Handbuch ermöglicht sinnvolle, harmonisierte Statistiken auf EU-Ebene. Weitere Informationen über die Methodik enthalten die SDMX-Metadaten für die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten im Inland und für die Statistiken über Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen.

Globalisierte Unternehmen

Obwohl die Globalisierung kein neues Phänomenon ist, steht sie oft im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, da

* der Wettbewerb in den immer stärker globalisierten Märkten weltweit laufend zunimmt,  
* die Zölle immer mehr abgebaut werden und  
* die Möglichkeiten für die Mittelumschichtung immer internationaler werden.   

Statistisch sind die einzelnen Aspekte der Globalisierung nicht leicht zu erfassen, da ihr transnationale oder multinationale Tätigkeiten zugrunde liegen und die Erstellung von Statistiken in der Regel durch die nationalen Grenzen eingeengt ist oder sich auf die Aggregation nationaler Daten (beispielsweise im Europäischen Statistischen System oder in der OECD) beschränken muss.

Die Globalisierung der Weltwirtschaft schafft deshalb einen neuen Bedarf an Statistiken und ändert gleichzeitig die Bedingungen für die Erstellung von Unternehmensstatistiken. In dieser Hinsicht sind die Aktivitäten multinationaler Konzerne, das Outsourcing von Tätigkeiten, die ausländischen Direktinvestitionen oder andere Formen ausländisches Engagements Schlüsselelemente.

Obwohl einige vorhandene Statistiken bereits zur Untersuchung der verschiedenen Aspekte der Globalisierung verwendet werden können, führt Eurostat gegenwärtig ein Programm zur Modernisierung der europäischen Unternehmens- und Handelsstatistik (MEETS) durch, um dafür zu sorgen, dass in den amtlichen Statistiken alle diese Phänomene, die in der sich verändernden Volkwirtschaft der EU zu beobachten sind, erfasst werden können. Zu den im Rahmen dieses Programms vorgesehen Maßnahmen gehören unter anderem

* eine Überprüfung der Prioritäten;  
* die Entwicklung wichtiger Merkmale und Indikatoren für solche Bereiche wie die Globalisierung;  
* die Arbeit an harmonisierten Begriffsbestimmungen;  
* Pilotprojekte zur Erprobung der Anwendbarkeit der neuen Indikatoren und  
* die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Entwicklung harmonisierter Statistiken über die Globalisierung.   

Darüber hinaus wurde ein neues Entwicklungsprojekt zum internationale Beschaffung in Angriff genommen, das den politisch Verantwortlichen relevante statistische Daten über die Gründe, das Ausmaß und die Folgen der internationalen Beschaffung (Offshoring, Nearshoring, Delokalisierung, Relokalisierung, Outsourcing oder Insourcing) liefern soll.

Eine Unternehmensregisterverordnung trat im Frühjahr 2008 in Kraft. Sie schreibt vor, dass im Rahmen des Europäischen Statistischen Systems (und ausschließlich für statistische Zwecke) Unternehmensgruppen zu erfassen und Daten über multinationale Unternehmensgruppe (mUG) und die sie bildenden Einheiten auszutauschen sind. Der Datenaustausch setzt die Schaffung eines gemeinschaftlichen Registers, des so genannten EuroGroups-Registers (EGR), voraus.

Daten

Die bestehenden statistischen Bereiche innerhalb der strukturellen Unternehmensstatistik (SUS), die zur Analyse der Globalisierung verwendet werden könnten, umfassen Folgendes:

* Die Statistiken über die Struktur und die Tätigkeit von Unternehmenseinheiten ausländischer Unternehmen, die die Auswirkung der Präsenz von Unternehmen unter ausländischer Kontrolle auf die europäische Wirtschaft aufzeigen.  
* Die Statistiken über die unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit Daten über den Standort der Kunden, die Aufschluss über den relativen Umfang der Ausfuhr unternehmensbezogener Dienstleistungen an in anderen Mitgliedstaaten oder außerhalb der EU ansässige Unternehmen geben.  
* Ein Entwicklungsprogramm zum Thema Nachfrage nach Dienstleistungen, das Daten über die grenzüberschreitende Inanspruchnahme und Erbringung von Dienstleistungen liefert.   

Die Informationen aus der Zahlungsbilanzstatistik können nicht nur für die SUS, sondern auch zur Analyse verschiedener wirtschaftlicher Transaktionen zwischen gebietsansässigen und gebietsfremden Unternehmen eines Landes oder einer Region verwendet werden.

Anhand der Daten über den internationalen Handel mit Dienstleistungen, der in der Leistungsbilanz erfasst wird, und der Daten über die ausländischen Direktinvestitionen, die in der Kapitalbilanz ausgewiesen werden, lässt sich die externe Wirtschaftsleistung der einzelnen Wirtschaftszweige messen. Die Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen geben Aufschluss darüber, wie präsent Unternehmen über ihre Tochtergesellschaften an ausländischen Märkten sind.

Beziehungen zwischen Unternehmen

Eurostat hat eine einmalige Erhebung mit Fragen zur Qualität der Beziehungen zwischen Unternehmen durchgeführt. Dieser Ansatz, bei dem Unternehmen aufgefordert wurden, Auskunft über ihre Beziehungen zu anderen Unternehmen zu erteilen, stand im Gegensatz zu dem üblichen Ansatz für die strukturelle Unternehmensstatistik (SUS), bei dem die Auskunftgebenden im Regelfall aufgefordert werden, Input- und Output-Daten des eigenen Unternehmens verfügbar zu machen.

Die Daten wurden auf freiwilliger Grundlage in sechs Mitgliedstaaten (Dänemark, Deutschland, Frankreich, Portugal, Finnland und Schweden) erhoben. Da die Idee zur Durchführung der Erhebung ursprünglich im Rahmen eines französischen Projekts entstanden war und das methodische Schema bereits in Frankreich ausgearbeitet worden war, bevor es mit den anderen fünf Ländern abgestimmt und vereinbart werden konnte, weicht der französische Datensatz etwas von den anderen Datensätzen ab und ist nicht völlig mit diesen vergleichbar.

Der Schwerpunkt der methodischen Arbeit bestand darin, die Arten der Beziehungen zwischen Unternehmen zu bestimmen. Es ist offensichtlich, dass aufgrund von Untervergabe und Auslagerung eine Vielzahl von Beziehungen besteht und im Rahmen einiger Geschäftsmodelle auch das Franchising in Betracht kommt, jedoch einigte man sich nicht auf eine umfassende Definition für alle Arten von Beziehungen. Daher wurden für die Erhebung lediglich die am weitesten verbreiteten Formen der Zusammenarbeit und der Abhängigkeit definiert.

Bei dieser Erhebung ging es nicht in erster Linie um die normalen Beziehungen zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten bzw. Kunden. Insbesondere große Unternehmen haben in der Regel verschiedene interne Abteilungen für unterschiedliche Tätigkeiten, z. B. für die Forschung und Entwicklung oder die Informationstechnologie oder für Nebentätigkeiten, und diese Abteilungen können innerhalb des einzelnen Unternehmens auf unterschiedliche Art in Beziehung zueinander treten. Vielmehr wurde mit der Erhebung in erster Linie bezweckt, diese Tätigkeiten von den Haupttätigkeiten des Unternehmens zu unterscheiden und die Arten der betreffenden Beziehungen zu untersuchen. Die Verbindungen zwischen verflochtenen Unternehmen, z. B. zwischen der Zentrale eines Unternehmens und seinen Tochterunternehmen, wurden ebenfalls aus der Erhebungsgesamtheit ausgeschlossen.

Mithin konzentrierte sich die Pilotstudie auf bestimmte Fragen, etwa für wie wichtig die Unternehmen ihre Beziehungen zu anderen Unternehmen im Hinblick auf ihre Wettbewerbsfähigkeit halten, oder was der Aufnahme von Beziehungen zu anderen Unternehmen oder der Weiterentwicklung solcher Beziehungen entgegen steht.

Daten

Die Daten über die Beziehungen zwischen Unternehmen sind aufgeschlüsselt nach

* Land,  
* Unternehmensgrößenklasse und  
* Wirtschaftszweig (NACE). 

Internationale Beschaffung

Während der letzten Jahrzehnte war die industrielle Umstrukturierung eine der wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungen in der EU. Sie hat sich insbesondere auf das verarbeitende Gewerbe ausgewirkt und eine Diskussion über die Deindustrialisierung Europas ausgelöst. Ein jüngerer Trend, der von der Politik und in den Medien mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird, ist die offensichtliche Zunahme der internationalen Beschaffung von Dienstleistungen. Die internationale Beschaffung von Dienstleistungen wird durch technische Entwicklungen, insbesondere im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT), erleichtert; hierdurch wird es Unternehmen möglich, Informationen und Fachwissen weltweit zu verschlüsseln und zu übermitteln. Ein weiterer wichtiger Faktor, der dieser Entwicklung Vorschub leistet, ist die wachsende Globalisierung der Dienstleistungsmärkte infolge der Deregulierung der Märkte und der Liberalisierung des Handels; hierzu zählen auch Maßnahmen, die in jüngster Zeit in der EU ergriffen wurden.

Da die meisten Dienstleistungstätigkeiten die Nähe zu den Märkten und Kunden voraussetzt, ging es bei der internationalen Beschaffung von Dienstleistungen anfangs hauptsächlich auf Back-Office-Funktionen (beispielsweise IT-Dienstleistungen oder Finanzdienstleistungen und Rechnungslegung), was durch den zunehmenden Einsatz der IKT und des Internets ermöglicht wurde. Allerdings werden inzwischen auch verschiedene Funktionen ausgelagert, die hauptsächlich die Kontakte zu den Kunden betreffen (beispielsweise Nutzung intelligenter Telefon-Software seit Ende der 1990er Jahre, vor allem in den Callcenters).

Das Phänomen der internationalen Beschaffung wird auf unterschiedliche Weise bezeichnet (wobei die Bedeutung dieser Bezeichnungen häufig nicht genau festgelegt ist und hiermit die Aus- oder Verlagerung, die Fremdvergabe oder die Wiedereinlagerung gemeint sein können), z. B.:

* Offshoring,  
* Nearshoring,  
* Delocalisation,  
* Relocalisation,  
* Outsourcing,  
* Insourcing.   

Da es für dieses Phänomen keine allgemein akzeptierte Definition gibt, wurde für das Entwicklungsprojekt der eher allgemeine Begriff „internationale Beschaffung“ gewählt.

Mit dem im Jahr 2006 begonnenen Entwicklungsprojekt zum Thema „internationale Beschaffung“ wird bezweckt, wichtige statistische Informationen über die Gründe, den Umfang und die Folgen der internationalen Beschaffung für die politischen Entscheidungsträger auf nationaler und europäischer Ebene verfügbar zu machen.

Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der internationalen Beschaffung bestehender Funktionen oder Tätigkeiten, die innerbetrieblich erledigt bzw. durchgeführt werden oder die im Inland bei nicht verbundenen Unternehmen (externen Lieferanten) oder im Ausland bei verbundenen Unternehmen eingekauft werden. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass sich die Untersuchungen des Umfangs und der Folgen der internationalen Beschaffung hauptsächlich auf Einzelbeispiele stützen, da harmonisierte und international vergleichbare amtliche Statistiken gegenwärtig nicht verfügbar sind.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) werden häufig als das Rückgrat der europäischen Wirtschaft bezeichnet und es wird ihnen das Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wirtschaftswachstum beigemessen.

Als KMU gelten nach Definition der Europäischen Kommission Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten. Sie sollen einen Jahresumsatz von bis zu 50 Mio. Euro oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Mio. Euro haben. Diese Definitionen sind wichtig, wenn zu beurteilen ist, welche Unternehmen EU-Finanzierungsprogramme zur Förderung von KMU in Anspruch nehmen können, aber auch im Hinblick auf bestimmte Politikbereiche, wie KMU-spezifische Wettbewerbsregeln. Die KMU-Politik der Europäischen Kommission konzentriert sich im wesentlichen auf fünf vorrangige Bereiche,:

* Förderung von Unternehmergeist und unternehmerischen Fähigkeiten ,  
* Verbesserung des Marktzugangs der KMU,  
* Abbau bürokratischer Hindernisse,  
* Verbesserung des Wachstumspotenzials der KMU und  
* Stärkung des Dialogs und der Konsultierung von Akteuren im KMU-Bereich.   

Um die KMU-Dimension besser in die Politikbereiche der EU zu integrieren, wurde in der Generaldirektion Unternehmen und Industrie der Europäischen Kommission die Position des KMU-Beauftragten geschaffen.

Jährliche strukturelle Unternehmensstatistiken (SUS) mit einer Aufschlüsselung nach Größenklassen bilden die Hauptdatenquelle für die Analyse von KMU. Es ist eine beschränkte Zahl von SUS-Standardvariablen (Zahl der Unternehmen, Umsatz, Beschäftigte, Wertschöpfung usw.) verfügbar, die anhand von Kriterien untergliedert sind, welche im Zusammenhang mit der Zahl der Beschäftigten im einzelnen Unternehmen stehen. Die Untergliederung erfolgt überwiegend bis zur dritten Ebene der statistischen Systematik der Wirtschaftszweige (NACE). Die Positionen dieser Ebene sind durch einen dreistelligen numerischen Code gekennzeichnet (Gruppen). Die Zahl der verfügbaren Größenklassen schwankt je nach beobachtetem Wirtschaftszweig. Zur Darstellung der Ergebnisse dienen jedoch im Wesentlichen die folgenden Größenklassen:

* Mikrounternehmen: weniger als 10 Beschäftigte;  
* kleine Unternehmen: 10 bis 49 Beschäftigte;  
* mittlere Unternehmen: 50 bis 249 Beschäftigte;  
* kleine und mittlere Unternehmen (KMU): 1 bis 249 Beschäftigte;  
* große Unternehmen: 250 oder mehr Beschäftigte.   

Methodik und Klassifikationen

Eurostat erhebt und verbreitet methodische Informationen. Eine allgemeine Zusammenfassung der Methodik für die strukturelle Unternehmensstatistik ist als Übersicht über die Methodik für die strukturelle Unternehmensstatistik verfügbar.

Nähere Angaben zu der Methodik für die strukturelle Unternehmensstatistik sind auf dem RAMON-Server in den Methodikhandbüchern für die strukturelle Unternehmensstatistik zu finden.

Dieser Server enthält auch länderspezifische methodische Angaben sowie Qualitätsberichte über die Erhebung der strukturellen Unternehmensstatistik in den Mitgliedstaaten und anderen EWR-Ländern; siehe die Methodik für die strukturelle Unternehmensstatistik nach Ländern.

Gesetzgebung

Aktuelle Rechtsvorschriften

Aufgrund der großen Zahl von Überarbeitungen und Änderungen der SUS-Verordnung im Laufe der letzten Jahre wurde diese neu gefasst. Der Prozess der Neufassung der Rechtsvorschriften wurde im März 2008 zum Abschluss gebracht.

SUS – Neufassung (März 2008)

Zu den wichtigsten Durchführungsvorschriften zählen:

Datenreihen – Verordnung (EG) Nr. 251/2009

Definitionen – Verordnung (EG) Nr.250/2009

Frühere Rechtsvorschriften

Die ursprünglich für die strukturelle Unternehmensstatistik (SUS) erlassenen Rechtsvorschriften wurden erheblich geändert. SUS – Entstehungsgeschichte der Rechtsvorschriften:

Konsolidierte Fassung der SUS-Verordnung vor der Neufassung

Unter den folgenden Links sind die konsolidierten Fassungen der wichtigsten Durchführungsvorschriften zu finden, die bis zur Neufassung der SUS-Verordnung galten. Sie sind nicht länger rechtsverbindlich:

Data series: list of variables collected by sector

Definitions

Politischer Hintergrund

Die europäische Unternehmenspolitik wird von der Generaldirektion für Unternehmen und Industrie gestaltet.

Die Europäischen Kommission will mit ihren unternehmenspolitischen Maßnahmen ein günstiges Umfeld für Unternehmen schaffen, damit die Wirtschaft in der EU floriert und so für Produktivitätssteigerung, Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand gesorgt ist. Mit den unternehmenspoltischen Maßnahmen sollen die Verwaltungslasten verringert und Anreize für Innovation geschaffen werden, ferner soll mit ihnen die nachhaltige Produktion gefördert und für ein reibungsloses Funktionieren des Binnenmarkts der EU gesorgt werden.

Auf der Tagung des Europäischen Rates vom 26. März 2010 legten die Staats- und Regierungschefs der EU ihren Plan für Europa 2020 dar: eine Strategie zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der EU sowie zur Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen. Die jüngste Überarbeitung der Integrierten Leitlinien für Wachstum und Beschäftigung (im Rahmen von „Europa 2020: Eine Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“) enthält eine Leitlinie zur Verbesserung des Umfelds für Unternehm und der Rahmenbedingungen für die Verbraucher sowie zur Modernisierung der industriellen Basis in Europa. Weitere Informationen über die Strategie Europa 2020 enthält die Website Europa 2020.

Im Oktober 2010 legte die Europäische Kommission die Mitteilung „Eine integrierte Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung“ vor, die einen neuartigen Ansatz enthält, nach dem der industriellen Wettbewerbsfähigkeit und der Nachhaltigkeit Vorrang eingeräumt wird. Im Rahmen dieser neuen Industriepolitik soll eine strategische Agenda geschaffen werden. Außerdem werden weit reichende, branchenübergreifende Maßnahmen sowie gezielte Maßnahmen für bestimmte Branchen vorgeschlagen, die im Wesentlichen auf deren so genannte umweltfreundliche Innovationsleistung abzielen.

Der Schwerpunkt der Unternehmenspolitik für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) besteht darin, alle neuen Rechtsvorschriften der EU auf ihre Eignung für solche Unternehmen zu prüfen, um die Verwaltungslasten zu verringern.

Die Generaldirektion Regionalpolitik ist für Maßnahmen zuständig, mit denen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in den benachteiligten Gebieten der EU gefördert werden soll. Sie setzt sich für ein hohes Maß an Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung ein, indem sie die ärmsten Regionen und die Regionen mit Strukturproblemen unterstützt.

Die wichtigsten Grundsätze für den Binnenmarkt für Dienstleistungen garantieren den Unternehmen in der EU, dass sie sich in anderen Mitgliedstaaten niederlassen und auf dem Gebiet eines anderen Mitgliedstaats, in dem sie nicht niedergelassen sind, Dienstleistungen erbringen können.

    • Einheit
      • 0 Prozent
    • Rechtsform
      • 0 Sonstige
      • 1 Einzelunternehmen
      • 2 Partnerschaft
      • 3 Gesellschaft mit beschränkter Haftung, nicht börsennotiert
      • 4 Gesellschaft mit beschränkter Haftung, börsennotiert
    • Unternehmen
      • 0 Insgesamt
      • 1 Junge Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial (Gazellen)
      • 2 Andere Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial
      • 3 Sonstige Unternehmen
    • Klassifikation der Wirtschaftszweige - NACE Rev.2
      • 0 Gewerbliche Wirtschaft insgesamt (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen)
      • 1 Industrie (ohne Baugewerbe)
      • 2 Baugewerbe/Bau
      • 3 Handel, Instandhaltung, Verkehr, Gastgewerbe/Beherbergung und Gastronomie, Grundstücks- und Wohnungswesen, Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen
      • 4 Information und Kommunikation
      • 5 Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen
    • Geopolitische Meldeeinheit
      • 0 Belgien
      • 1 Bulgarien
      • 2 Dänemark
      • 3 Deutschland (einschließlich der ehemaligen DDR seit 1991)
      • 4 Irland
      • 5 Griechenland
      • 6 Spanien
      • 7 Frankreich
      • 8 Italien
      • 9 Zypern
      • a Lettland
      • b Litauen
      • c Luxemburg
      • d Malta
      • e Niederlande
      • f Polen
      • g Slowakei
      • h Finnland
      • i Schweden
      • j Vereinigtes Königreich